Amerikanische Sprachgeschichte

Alte Sprache in einer neuen Welt: Englisch in Amerika

Wie kommt Englisch nach Amerika?

Die Suche nach der Antwort auf diese Frage bringt uns zurück ins 15. Jahrhundert – in die Zeit der Entdeckung einer neuen Welt.

Auf der Suche nach dem Seeweg nach Indien landet Christoph Kolumbus 1492 in Puerto Rico und entdeckt Amerika. – So feiern es die Amerikaner jedes Jahr wieder am 2. Montag im Oktober, dem Columbus Day.

Was auf diese erste Anlandung folgt, ist die Kolonialisierung des amerikanischen Kontinents durch die Spanier, Franzosen und Engländer. Diese Geschichte der Kolonialisierung ist die Geschichte der Besiedelung einer neuen Welt und die Geschichte der Verdrängung bzw. Unterdrückung der bisher dort ansässigen indigenen Bevölkerung.

Sprachgeschichte (Symbolbild). Foto: Pixabay, CC0
Die amerikanische Sprachgeschichte (Symbolbild). Foto: Pixabay, CC0

Während die Spanier vornehmlich in Mittel- und Südamerika siedeln und die Franzosen den Raum des heutigen Kanada einnehmen, gründen die Engländer 1607 ihre erste Kolonie (Jamestown, Virginia) auf dem Gebiet der heutigen Vereinigten Staaten.

Diese erste englische Siedlung wurde aus ökonomischen Beweggründen errichtet. Ihr sollten noch viele weitere folgen, da die englische Krone Freibriefe zur Besiedelung der neuen Welt an britische Handelsgesellschaften vergab. Der südliche Teil der heutigen amerikanischen Atlantikküste wurde also in Folge wirtschaftlicher Gründe eingenommen. Man baute in den ersten Siedlungen Tabak, Baumwolle und Getreide zum Export ins britische Kolonialreich an.

Den nördlichen Teil der Atlantikküste besiedelten die Europäer religiösen Motiven folgend. 1620 landeten die Pilgerväter in Plymouth, Massachusetts, um dort nach ihren eigenen religiösen Vorstellungen leben zu können.

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Neue Welt – neue Sprache?

Welche Veränderungen geschehen in Amerika mit dem guten alten Englisch der founding fathers?

Mit der Besiedelung und Erschließung eines vollkommen neuen Territoriums, veränderten sich die Lebensgewohnheiten und Bräuche der europäischen Siedler und mit ihnen ihre Sprache.

Welche Veränderungen passierten mit der englischen Sprache im Verlauf der amerikanischen Historie?

  • Zum ersten musste sich der Wortschatz des Englischen verändern bzw. erweitern. Denn nun stand man vor ganz neuen Landschaften, Pflanzen und Tierarten, die aus der alten Welt nicht bekannt waren und die alle benannt werden wollten. Die englischen Siedler gingen an diese Herausforderung mit verschiedenen Strategien heran: Sie übernahmen zum einen Wörter aus den Sprachen der indigenen Ur-Bevölkerung. Zum Beispiel: moose, opposum, canoe oder moccasin.
  • Des Weiteren wurden Wörter und Ausdrücke, die man brauchte, einfach neu erfunden. Beispiele hierfür sind: branch (dt.: Zweig), snag (dt.: der Baumstumpf) oder gulch (dt.: Tal).
  • Eine dritte Strategie war, dass englische Wörter mit neuen, anderen Bedeutungen versehen wurden: Mit creek zum Beispiel wurde in Großbritannien ein kleiner Fjord bezeichnet. In der neuen Welt verwendete man dieses Wort für kleine, schmale Flüsse.
  • Es veränderte sich der Wortschatz im Austausch mit Siedlern der angrenzenden Kolonien anderer europäischer Nationen: Auf diesem Weg bereichern seither Ausdrücke aus dem Französischen und Spanischen das Englisch in Amerika.
  • Eine weitere große Welle der Veränderung brachte das 19. Jahrhundert mit sich: Im Zuge der Industrialisierung wurden abermals neue Wörter für neue Vorgänge, Werkstoffe und Technologien gebraucht. Wieder wurden bereits im Wortschatz befindliche Wörter mit neuen Bedeutungen versehen oder vollkommen neue Ausdrücke erfunden.
  • Amerika ist seit jeher ein Einwanderungsland und viele Menschen brachten mit ihren Bräuchen auch unterschiedliche Ausdrücke mit, die Eingang in das amerikanische Englisch fanden.

All diese Vorgänge und Gegebenheiten führen schließlich dazu, dass sich das Englisch Großbritanniens und das in Amerika gesprochene Englisch immer weiter voneinander entfernen und man mittlerweile von zwei unterschiedlichen Varianten sprechen kann.

Diese Unterschiede im Hinblick auf die Aussprache, die Grammatik und den Wortschatz finden Sie jeweils in einem kurzen Überblick auf unseren Seiten.

Mittlerweile sprechen vier bis fünf Mal mehr Menschen amerikanisches Englisch als britisches Englisch. Amerikanisches Englisch dominiert die Wahrnehmung der englischen Sprache durch den Rest der Welt. Wenn man an Englisch als Weltsprache denkt, meint man somit eigentlich immer die amerikanische Variante.

Quelle: Sprachenlernen24

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