Sind Sie auch fasziniert davon, wie scheinbar mühelos der Erwerb der Muttersprache bei Kindern abläuft? Denken Sie einfach mal daran, wie schwer es Ihnen in der Schule gefallen ist eine Fremdsprache einigermaßen zu erlernen und wie lange es gedauert hat grammatische Regeln korrekt anzuwenden!

Wie ist dieses Thema aufgebaut?

Auf dieser Seite stellen wir Ihnen Grundlegendes über den kindlichen Spracherwerb vor, sowie die Entwicklungsphasen, die man beim Spracherwerb vom Säuglings- bis zum Teenageralter typischerweise durchläuft.

Wir möchten Ihnen diese Phasen vorstellen und Ihnen erklären, worin deren Funktion besteht. Schließlich ist keiner dieser Entwicklungsschritte zufällig oder gar unnütz, sondern stets ein Meilenstein auf dem langen Weg zum perfekten Beherrschen der Sprache.

Praxisnähe

Jedoch möchten wir Ihnen nicht nur die Theorie nahebringen. Auch bei diesem Thema werden Sie einige praktische Tipps finden, wie Sie den Prozess des Spracherwerbs bei Kindern unterstützen können. Wenn Sie selbst Nachwuchs planen oder vielleicht gerade selbst Mutter oder Vater geworden sind, Sie Freunde oder Verwandte haben, die Eltern werden oder Sie aus anderen, beispielsweise beruflichen Gründen am Thema Spracherwerb bei Kindern interessiert sind, ist diese Thema genau das Richtige.

Es ist uns ein großes Anliegen, Sie nicht nur an interessante Zusammenhänge, nützliches Wissen und das spannende Thema Sprache heranzuführen. Wir möchten Ihnen auch immer gleich Anleitungen mit auf den Weg geben, wie Sie dieses Wissen erfolgreich in Ihr alltägliches Handeln einfließen lassen können.

Spracherwerb im Kindesalter

People Mother Baby Kiss. Foto: Pixabay, CC0

Geburt bis 18 Monate

Sprechen lernen: Die Lallphase
Der Erwerb der Muttersprache ist etwas Faszinierendes! Sprache spielt bereits kurz nach der Geburt eine große Rolle im Leben der Säuglinge. mehr +

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People Girls Mädchen Friends. Foto: Pixabay, CC0

18 Monate bis 4 Jahre

Sprechen lernen: Die ersten Worte
Hier können Sie alles über die Fortschritte lesen, die das Kleinkind zwischen dem 18. Monat und dem 4. Lebensjahr macht. mehr +

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People Girls Jump. Foto: Pixabay, CC0

4 bis 11 Jahre

Sprechen lernen: Der Wortschatz nimmt rasant zu
Die Aussprache des Kindes verbessert sich stark und ist nun gut verständlich. Die Kinder erstellen komplexere Sätze. mehr +

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People Child Boy Car Toy Playing. Foto: Pixabay, CC0

Sprachförderung

Unterstützung beim Spracherwerb
Hier stellen wir Ihnen ein paar Tipps bereit, wie Sie Ihr Kind bei dem Erwerb der Muttersprache unterstützen und fördern können! mehr +

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Voraussetzungen für den Spracherwerb bei Kindern

In den Artikeln über Sprachentwicklung können Sie nachlesen, dass diese in mehrere Phasen unterteilt ist, die bei allen Kindern relativ ähnlich verlaufen. Jedoch spielen nicht nur diese Phasen eine Rolle, sondern auch einige andere wichtige Faktoren:

Biologische Voraussetzungen des Spracherwerbs

Das menschliche Hirn wiegt bei der Geburt nur 20 % seines späteren tatsächlichen Gewichts und ist aufgeteilt in eine rechte und eine linke Hemisphäre, wobei die rechte Hemisphäre das Sprachzentrum beinhaltet. Diese arbeitet jedoch eng zusammen mit der linken Hemisphäre, die für die Interaktion und angepassten Reaktionen auf bestimmte Situationen verantwortlich ist.

Hierbei ist interessant, dass die genetische Voraussetzung nur eine geringe Rolle für die Sprachentwicklung des Menschen übernimmt. Einen weit größeren Einfluss übt die Umwelt aus. So können Eltern, Geschwister, die Schule oder Freunde die Sprachentwicklung der Kinder positiv aber auch negativ beeinflussen.

Kognitive Entwicklung von Kindern

Erstes Lebensjahr: Kinder verbinden in dieser Phase des Lebens Wörter mit Dingen, die sie auch ansehen oder anfassen können, also Dinge, die real in ihrer Welt existieren. Die kognitive sprachliche Entwicklung beginnt bewusst dann, wenn sie anfangen über Dinge zu sprechen, die nicht in ihrem momentanen Umfeld vorhanden sind, beispielsweise über das Schwimmen, auch wenn kein Schwimmbecken oder See zu sehen ist.

Diese Entwicklung nimmt immer mehr zu im Laufe der Jahre und die Kinder beginnen zu abstrahieren, Verknüpfungen zu erstellen, Witze oder Wortspiele zu verstehen oder sich retro- und prospektiv auszudrücken.

Sozialinteraktive Grundlagen

Wie bereits erklärt, ist nicht nur die Genetik oder das kognitive Vermögen ausschlaggebend für die sprachliche Entwicklung eines Kindes. Eine weit größere Rolle spielen sozialinteraktive Aspekte.

Familiensituation: Innerhalb einer Familie gibt es einige Faktoren die beeinflussend wirken können. Ist das Kind ein Einzelkind – das heißt, lernt es überwiegend Sprache durch die Eltern? Hat es Geschwister und lernt ebenfalls durch diese? Wie gebildet sind die Eltern? Wie viel Zeit investieren sie aktiv in ihr Kind? Welche soziostrukturellen Voraussetzungen werden dem Kind geboten? Sind gute Schulen oder Kindergärten in der Nähe? Wie sind die Nachbarn?

Interaktion mit anderen Menschen: Für die Entwicklung spielt ebenso die Interaktion eine Rolle, die die anderen Menschen dem Kind entgegenbringen. Ist die Umwelt des Kindes von Menschen geprägt, die eher wortkarg Befehle oder Informationen aussprechen oder die sich stattdessen gewählt ausdrücken oder aber einfach nur unüberlegt drauflosreden? Je nachdem, welche Art dieser Gesprächskulturen das Kind vorfindet, wird auch dessen Sprachentwicklung beeinflusst.

People Boy Baby Brothers. Foto: Pixabay, CC0