Griechische Schrift

Das griechische Alphabet

Das griechische Alphabet wurde aus dem phönizischen Alphabet weiterentwickelt, besitzt heute 24 Zeichen und wird von links nach rechts geschrieben. Das phönizische Alphabet bestand hingegen aus 22 Konsonantenzeichen und wurde von rechts nach links geschrieben.

Die phönizische Schrift ist die älteste Buchstabenschrift Europas und wurde ab dem 11. Jahrhundert vor Christus verwendet. Sie ist Grundlage bzw. Vorläufer sowohl der griechischen als auch der aramäischen Schrift, aus der wiederum die hebräische und die arabische Schrift hervorgingen. Somit ist das phönizische Schriftsystem Grundlage für fast alle heutigen alphabetischen Schriften.

Das griechische Alphabet hat im Gegensatz zum phönizischen eine entscheidende Änderung. Es gibt nicht nur Buchstabenzeichen für Konsonanten, sondern auch für Vokale. Dies unterscheidet das griechische Alphabet beispielsweise vom hebräischen oder arabischen Alphabet. Das griechische Alphabet war somit das erste Alphabet mit Vokalzeichen.

Arabisch und Hebräisch verwenden bis heute sogenannte Konsonantenschriften, bei denen die Vokale nicht unbedingt zum Schriftbild gehören.

Griechische Schrift

Orthographie und Aussprache des griechischen Alphabets

Das griechische Alphabet hat sich bis heute fast unverändert erhalten. So wird das in der Gegenwart geschriebene Neugriechisch mit dem gleichen Alphabet geschrieben, wie das Altgriechisch der Antike. Es haben sich nur einige diakritische Zeichen verändert bzw. sind im heutigen Neugriechisch verschwunden.

Sehen Sie nun eine kurze Übersicht des griechischen Alphabets:

BuchstabeName altgriechischName neugriechischTranskription altgriechischTranskription neugriechisch
A, αAlpha (ἄλφα)álfa (άλφα)aa, αι=e
B, βBeta (βῆτα)víta (βήτα)bv
Γ, γGamma (γάμμα)gáma (γάμμα)gg, γγ=ng, γκ=ng, γχ=nch, γξ=nx
Δ, δDelta (δέλτα)délta (δέλτα)dd
Ε, εEpsilon (ἔψιλον)épsilon (έψιλον)ee, entfällt vor ι
Ζ, ζZeta (ζῆτα)zíta (ζήτα)zz
Η, ηEta (ἦτα)íta (ήτα)ēi
Θ, θTheta (θῆτα)thíta (θήτα)thth
Ι, ιIota (ἰῶτα)ióta (ιώτα)ii
Κ, κKappa (κάππα)kápa (κάππα)kk
Λ, λLambda (λάμβδα)lámda (λάμδα)ll
Μ, μMy (μῦ)mi (μι)mm
Ν, νNy (νῦ)ni (νι)nn
Ξ, ξXi (ξῖ)xi (ξι)xx
Ο, οOmikron (ὄμικρον)ómikron (όμικρον)oo, entfällt vor ι
Π, πPi (πῖ)pi (πι)pp, μπ=mb
Ρ, ρRho (ῥῶ)ro (ρω)r(h)r
Σ, σ oder ς (am Wortende)Sigma (σίγμα)sígma (σίγμα)ss
Τ, τTau (ταῦ)taf (ταυ)tt, ντ=nd
Υ, υYpsilon (ὔψιλον)ýpsilon (ύψιλον)yy, nach Vokale v oder f
Φ, φPhi (φῖ)fi (φι)phf
Χ, χChi (χῖ)chi (χι)chch
Ψ, ψPsi (ψῖ)psi (ψι)psps
Ω, ωOmega (ὠμέγα)oméga (ωμέγα)ōo

Wie bereits erwähnt, hat sich das griechische Alphabet bis heute kaum verändert. So werden neugriechische und altgriechische Wörter teilweise identisch geschrieben, unterscheiden sich jedoch stark in der Aussprache.

Dies kommt daher, dass sich die lautsprachliche Veränderung des Griechischen von der Antike bis jetzt nicht auf die Orthographie ausgewirkt hat.

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Altgriechisch

Das altgriechische Alphabet war das erste Alphabet mit Vokalzeichen. Es hatte eine relativ eindeutige Zuordnung was die Orthographie und die Aussprache anbelangt. Durch die Verwendung von Diphthongen (zwei Vokale mit denen ein Laut dargestellt wird, im Deutschen z.B. „ei“), konnte man im Altgriechischen trotz der nur sieben Vokalzeichen die zwölf unterschiedlichen Vokallaute darstellen.

Welchen Einfluss die griechische Sprache auf ganz Europa hatte kann, man im Deutschen an Aussprüchen wie z. B. „Das ist das A und O.“ erahnen. Mit „A und O“ sind hier der Anfangs- und der Endbuchstabe des altgriechischen Alphabets gemeint, nämlich A für Alpha und O für Omega.

Die altgriechische Sprache verbreitete sich zuerst unter der Vormachtstellung Athens und des attischen Seebundes im Mittelmeerraum. Später unter Alexander dem Großen und danach im römischen Reich verbreitete sich das Griechische in der gesamten antiken Welt als Wissenschaftssprache.

Neugriechisch

Die neugriechische Sprache besitzt im Gegensatz zum Altgriechischen nur noch fünf Vokale. Im Gegensatz zu anderen Sprachen ist die richtige Akzentuierung der Worte im Neugriechischen entscheidend für die Bedeutung eines Wortes. Der betonte Vokal wird im Griechischen durch einen Akzent gekennzeichnet.

Spricht man ein Wort falsch akzentuiert aus, wird man von Muttersprachlern oft falsch oder gar nicht verstanden. Das Wort „nómos“ (νόμος = Gesetz) unterscheidet sich von dem Wort „nomós“ (νομός = Bezirk) nur durch die Betonung.

Im Deutschen hat man dieses Problem nicht und so wird beispielsweise das Wort „Fenster“ (Fénster = Betonung auf dem ersten e) auch verstanden, wenn Sie das Wort falsch betonen.

Im Neugriechischen findet man mittlerweile viele Fremdwörter, unter anderem aus dem Türkischen, Italienischen und Französischen. Anders als im Altgriechischen, ist im Neugriechischen auch die Bildung von zusammengesetzten Wörtern sehr leicht.

Bei der Transkription vom altgriechischen ins lateinische Alphabet hat man sich auf eine einheitliche Linie einigen können, von der es nur kleinere Abweichungen gibt, z.B. bei den Buchstaben „ω“ (Omega) und „ο“ (Omikron). Beim Neugriechischen hat man sich bis jetzt noch auf keine einheitliche Form einigen können. Einige orientieren sich am Schriftbild des Neugriechischen, andere an der Aussprache des Neugriechischen.

Quelle: Sprachenlernen24

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